In den an IGLU teilnehmenden Staaten wurden einheitliche Lesetests eingesetzt, die auf einer Konzeption von Grundbildung (Literacy) basieren. Der Begriff der reading literacy definiert in pragmatischer Absicht grundlegende Kompetenzen, die in der Wissensgesellschaft bedeutsam sind und Menschen befähigen, Lesen in unterschiedlichen, lebenspraktisch bedeutsamen Verwendungssituationen einsetzen zu können.
IGLU liegt ein Rahmenkonzept zur Erklärung von Leistungsergebnissen zugrunde, das auf die multidimensionalen Verflechtungen von Ursachen und Wirkungen verweist. Neben den schulinternen Bedingungen, zu denen Merkmale der Lehrkraft und der Klasse sowie die Qualität des Unterrichts und Merkmale der ganzen Schule gehören, weisen auch außerschulische Faktoren - Merkmale des Elternhauses aber auch gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen - einen Zusammenhang mit dem individuellen Lernerfolg auf. Aus diesem Grund wurden neben den Lesetests im Rahmen von IGLU daher bedeutsame Hintergrundmerkmale mit Hilfe von Fragebögen für die am Lernprozess beteiligten Personengruppen (Schüler, Eltern, Deutschlehrkräfte, Schulleiter) erhoben.
Das IGLU-Modell von Lesekompetenz umfasst drei Bereiche:
- das Verständnis der Information eines Textes, wobei vier verschiedene Verstehensprozesse unterschieden werden;
- die Leseintention, mit der gelesen wird (unterschieden wird zwischen dem Lesen von literarischen und informierenden Texten); sowie
- die Lesemotivation, das Leseselbstkonzept und das Leseverhalten der Leserinnen und Leser.
Während der eingesetzte Lesetest die beiden erstgenannten Bereiche berücksichtigt, wird der letztgenannte Bereich über den Schülerfragebogen erfasst.
Theoretische Struktur der Lesekompetenz in IGLU
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